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Haltung

Was deine KI den Planeten kostet

Jedes Token kostet Strom. Wie viel, hängt an deiner Wahl des Modells – und mit ownAI kannst du es abschätzen.

Eine Million Ausgabe-Tokens sind grob zehn Romane Text. Erzeugt sie ein kleines offenes Modell in Frankreich, entstehen dabei etwa 120 Gramm CO2e – ein Kilometer Autofahrt, weniger als eine Tasse Kaffee. Erzeugt sie ein großes geschlossenes Frontier-Modell in den USA, sind es nach unserer Schätzung rund 17.000 Gramm – etwa 140 Kilometer. Mehr als das Hundertfache, für dieselbe Textmenge.

Woher die Spanne kommt

Die Rechnung hinter unseren Schätzungen ist folgendermaßen: Tokens × Energie pro Token × CO2-Intensität des Stroms am Serverstandort. Die beiden letzten Faktoren variieren gewaltig. Die Energie pro Token wächst mit der Größe des Modells – genauer: mit der Zahl der Parameter, die an jedem Token mitrechnen. Zwischen dem kleinsten und dem größten Modell in ownAI liegt hier gut Faktor zwanzig. Dazu kommt der Strom: Das amerikanische Netz ist vier- bis siebenmal CO2-intensiver als das französische oder schweizerische. Multipliziert ergeben beide die Spanne von mehr als hundert.

Zur Einordnung: Eine einzelne Antwort bleibt klein – selbst beim größten Modell wenige Gramm, weniger als hundert Meter Autofahrt. Aber Tokens summieren sich. Agenten, die selbständig arbeiten, lange Dokumente, ein ganzer Arbeitstag – aus Antworten werden schnell Millionen Tokens.

Deine Entscheidungsfreiheit

ownAI rechnet deine geschätzten Emissionen laufend mit. Du findest sie in der App hinter dem Credits-Symbol oben rechts und im Dashboard unter "Klimawirkung" – zusammen mit den Belegen für die CO2-Entnahme (dazu gleich mehr).

Die wirksamste Entscheidung ist die Modellwahl. In Europa gehostete offene Modelle sind pro Token mit Abstand am saubersten – und meist zugleich am günstigsten. Für viele Alltagsaufgaben reicht ein kleines Modell; das große lässt sich gezielt dann wählen, wenn es gebraucht wird. Und ein lokales Modell auf deinem eigenen Rechner läuft mit deinem eigenen Strom – wie sauber es ist, entscheidet dein Stromvertrag.

Was wir tun

Für die Nutzung, die über ownAI Credits läuft, schätzen wir jeden Tag die Emissionen und kaufen bei Ecologi die dauerhafte Entnahme von mindestens derselben Menge CO2 aus der Atmosphäre: Pflanzenkohle und beschleunigte Gesteinsverwitterung. Entnahme kostet rund das Siebzehnfache von Vermeidungszertifikaten – der Unterschied ist, dass das CO2 tatsächlich wieder aus der Luft geholt wird, statt dass jemand anderes verspricht, künftig weniger auszustoßen. Bezahlt wird das aus unserer Marge; auf deine Preise hat es keinen Einfluss.

Weil externe Anbieter nicht offenlegen, wie viel Energie eine Anfrage tatsächlich verbraucht, schätzen wir aus Token-Zahlen und veröffentlichten Energiemodellen. Wenn eine Zahl unsicher ist, nehmen wir die Annahme, die die Schätzung erhöht: die tatsächliche Netzintensität am Standort statt der Ökostrom-Versprechen des Betreibers, bewusst hohe Größenschätzungen für Modelle, deren Hersteller die Details nicht offenlegen.

Was noch fehlt

Um den gesamten Einfluss von KI-Nutzung zu bestimmen, ist unsere Rechnung definitiv noch unvollständig. Sie umfasst nur den Betriebsstrom der Inferenz – die Herstellung der Chips und Server, der Wasserverbrauch der Rechenzentren und das Training der Modelle sind nicht enthalten. Anfragen über eigene API-Schlüssel oder lokale Modelle laufen nicht über unseren Proxy und tauchen in der Bilanz nicht auf. Außerdem ist sie eine Schätzung, keine Messung und die 17.000 Gramm vom Anfang beruhen auf einer bewusst hohen Größenschätzung; der wahre Wert dürfte niedriger liegen.

Wir arbeiten daran, die Schätzung vollständiger zu machen, und aktualisieren die Methodik, sobald bessere Daten verfügbar sind. Unsere vollständige Rechnung kannst du hier abrufen: carbon-methodology.md. Unsere Entnahme-Belege findest du hier: Ecologi-Profil.

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