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Haltung

Wem gehört deine KI?

Mit ownAI gehören die Daten dir bereits. An den Modellen arbeiten wir.

Lade ein offenes Modell herunter, starte es auf deinem eigenen Rechner, aktiviere den Flugmodus: Es antwortet weiter. Es fühlt sich an wie Unabhängigkeit.

Leider ist die Unabhängigkeit nur geliehen. Ob es nächstes Jahr noch neue offene Modelle gibt, unter welcher Lizenz und mit welchen Fähigkeiten, entscheidet eine Handvoll Organisationen – fast alle in den USA oder in China – und mit ihnen die Regierungen, die über sie bestimmen. Self-Hosting lässt die Abhängigkeit nicht verschwinden. Es verschiebt sie nur dorthin, wo man sie nicht mehr sieht.

ownAI verspricht "die KI, die dir gehört". Die eine Seite dieses Versprechens ist heute schon wahr: Gespräche, Gedächtnis, Werkzeuge, selbst geschriebene Programme – alles bleibt auf deinem Gerät, und außer den Anfragen an das Modell deiner Wahl verlässt nichts deinen Rechner. Die andere Seite ist, wer die Sprachmodelle liefert: Die "Intelligenz" kommt bei uns wie überall aus den Händen weniger Hersteller. Dieser Text beschreibt, wie wir das ändern wollen.

Eine riskante Abhängigkeit

Die Abhängigkeit von wenigen Herstellern kann sich jederzeit verengen. Hersteller haben Lizenzen schon verschärft und offene Veröffentlichungen eingestellt; Staaten beschränken schon heute unter Verweis auf Sicherheit, welche Modelle frei verfügbar sein dürfen. Ein System, dessen Zweck die Autonomie auf dem eigenen Gerät ist, darf an seiner wichtigsten Stelle keinen einzelnen Ausfallpunkt haben.

Doch es geht nicht nur um Absicherung. Die stärkere Motivation ist, was durch Unabhängigkeit möglich wird.

Das Prinzip der Gilde

Eine Gilde war ein Zusammenschluss von Handwerkern, die gemeinsam besser wurden, ohne dass ein Meister dem anderen seine Geheimnisse aushändigen musste. Föderiertes Training macht genau diese Form wieder möglich – für die Erstellung von KI-Modellen.

Es funktioniert so: Jedes Mitglied trainiert auf dem eigenen Rechner, mit Material, das es selbst ausgewählt hat. Geteilt wird kein einziges Dokument, sondern ein mathematisches Destillat des Gelernten – ein Adapter-Update, kleiner als ein Foto. Die Destillate fließen zu einem gemeinsamen Modell zusammen; die Daten bleiben privat.

Ein Verein für Rechtsberatung bekäme so ein Modell, das Schriftstücke im eigenen Stil entwirft, ohne dass je ein Mandantendokument den Rechner eines Mitglieds verlässt. Ein Netzwerk von Werkstätten bekäme ein Modell, das dreißig Jahre Reparaturerfahrung kennt, die in keinem Handbuch steht: das Geräusch, das der Fehlercode nicht erklärt; den Umbau für das Ersatzteil, das es nicht mehr gibt.

Jedoch tritt niemand einer Gilde aus Idealismus bei. Man tritt bei, weil der Tausch sich lohnt: ein Destillat der eigenen Erfahrung geben, die Destillate aller anderen bekommen. Das entstehende Modell ist in dem, was der Gruppe wichtig ist, besser als alles, was sich mieten lässt – und es gehört denen, die es gebaut haben.

Der Weg dorthin

Wir gehen in Schritten vor, und jeder Schritt muss sich für sich allein lohnen.

Heute: ownAI läuft vollständig auf deinem Gerät. Offene Modelle lokal oder jeder Anbieter deiner Wahl; über das Gedächtnis lernt deine Instanz dich mit der Zeit kennen.

Als Nächstes: das persönliche Modell. Eine Person verfeinert ein offenes Modell auf dem eigenen Rechner, mit eigenem Material – und merkt den Unterschied in der täglichen Arbeit. Daran arbeiten wir gerade. Die Ergebnisse erscheinen hier, auch die Fehlschläge.

Danach: die erste Gilde. Eine kleine, handverlesene Gruppe führt zusammen, was ihre Mitglieder trainiert haben. Jeder Beitrag ist freiwillig und lässt sich prüfen, bevor er geteilt wird.

Am Ende: dezentrales Training ganzer Basismodelle über gewöhnliche Internetverbindungen. Das ist aktive Forschung; Modelle mit zweistelligen Milliarden Parametern sind so bereits entstanden, von der Spitze allerdings noch weit entfernt. Reift diese Forschung, sind Gilden der Weg, auf dem ihre Ergebnisse Menschen und Organisationen erreichen. Und sollte eines Tages niemand mehr offene Gewichte veröffentlichen dürfen, entstehen offene Modelle überhaupt nur noch so: in Gemeinschaften, die gemeinsam trainieren.

Warum jetzt

Ein Wettlauf geschlossener, nationaler KI-Systeme führt in eine Sackgasse. Die Alternative sind offene Systeme, über Grenzen hinweg gebaut, im Besitz der Gemeinschaft. Damit fangen wir heute schon an: Eine KI, die dir gehört, mietest du nicht. Du baust sie mit.

Spricht dich das an? Jede:r kann ownAI nutzen, auf Codeberg mitbauen oder die Entwicklung auf Mastodon und Bluesky mitverfolgen.

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Text lizenziert unter CC BY-SA 4.0.